Messung statt Schätzung

Mit Hilfe von modernster Messtechnik können elektrostatische und magnetostatische Felder, elektrische und magnetische Wechselfelder, sowie elektromagnetische Felder präzise analysiert werden. Dadurch ist es möglich, gezielte Aussagen über die Art und Intensität der jeweils vorliegenden Belastung zu treffen, sowie über Abhilfe- möglichkeiten, die von der Feldart, der Quelle und Stärke des Feldes, des Abstandes und weiteren Faktoren abhängig sind.

In diesem Zusammenhang sei hier insbesondere vor bloßen Vermutungen und Laien-"Messgeräten" gewarnt. In Bau- märkten, diversen ebay-Shops und anderen Geschäften werden sogenannte "Elektrosmog-Messgeräte" angeboten, die meistens über eine LED-Leiste zur "Feldstärke-Anzeige" und häufig eine Auszieh-Antenne verfügen. Diese sind gewöhnlich für unter 50 Euro zu haben (der Materialwert beträgt hingegen nur ein paar Euro, da sie lediglich über einen aus nur wenigen Bauteilen bestehenden Einfachst-Schaltkreis verfügen). Solche Produkte können i.d.R. aus- schließlich elektrische Wechselfelder anzeigen - Messwerte in Form einer geeichten Feldstärke-Anzeige erhält man damit nicht.

Sehr wichtig ist, dass damit andere Feldarten überhaupt nicht erfasst werden. Und was nützt - mathematisch ausgedrückt - eine 10-prozentige Sicherheit?

Ein echtes Problem dabei ist, dass dadurch schon häufig ein falsches Gefühl von Sicherheit entstanden ist, weil die eigentliche Gefahrenquelle gar nicht nachgewiesen, geschweige denn lokalisiert werden konnte!

Aber auch mit hochwertigen Spezialgeräten können bei falscher Bedienung extreme Messfehler auftreten. Darauf sei für den Fall hingewiesen, dass Sie z.B. die Möglichkeit haben, sich Messgeräte zu leihen.

Beispiel: bei Fehlbedienung ist es möglich, mit einem Messgerät für niederfrequente magnetische Felder über- haupt nichts zu messen, obwohl sogar sehr starke derartige Felder vorliegen.

Ähnliche Fehler können ungeschulten Personen auch mit Messgeräten für Hochfrequenzfelder passieren. Stimmen die Polaritäten der Sende- und der Messantenne nicht überein, wird selbst der stärkste Mobilfunk-Sender "übersehen".

Dasselbe kann leider sogar mit verhältnismäßig teuren Geräten passieren, die seit einigen Jahren als "die ersten low-cost-Spectrumanalyzer der Welt" angeboten werden. In diesem Fall wurde dem Hersteller inzwischen jedoch wenigstens die Werbung mit Features untersagt, die nicht eingehalten werden.

Außerdem ist es natürlich notwendig, dass das ent- sprechende Messgerät überhaupt den Frequenzbereich abdeckt, der das jeweilige Problem auslöst. Die meisten HF-Messgeräte erfassen noch nicht die vielen neuen Funkdienste (neue WLAN- und DECT-Frequenzen, WiMAX, usw.)

Es sind also mehrere spezifische Messgeräte erforderlich, um alle potentiellen Belastungen durch physikalische Felder erfassen, und wenn möglich genau analysieren zu können. Insbesondere die Ermittlung der Leistungsspitzen ist in der Baubiologie von Bedeutung.

Gelegentlich ist auch eine Langzeit-Messung, also eine Aufzeichnung notwendig, damit man sich nicht in falscher Sicherheit wähnt, weil man zu einer "Ruhephase" misst (Ausweich-Hochspannungsleitungen, wenig frequentierte Mobilfunk-Zellen, usw.).

Im Bereich elektrobiologischer Messungen geht solch eine Liste von "Besonderheiten" fast ins Unendliche, da an verschiedenen Messorten und -arten immer viele Faktoren unterschiedlichster Zusammensetzung mitspielen. Daher ist jede neue Begebenheit gleichzeitig ein Detektiv-Auftrag für den Elektrobiologen, der erst erfüllt ist, wenn jede Quelle feststeht.